Schafe

Pferde auf einer Weide zu halten ist nicht so einfach wie man denkt. Zum Einen haben sie für die Größe der Hufe zu viel Gewicht, das sie mit zu großen Schritten und zu viel Geschwindigkeit über die feuchten Hänge bewegen. Das bedeutet dann, dass tiefe Löcher entstehen. Zum Anderen sind sie den Boxen nach zu urteilen anscheinend der Gattung der Nagetiere zuzuordnen, jedoch noch lange nicht den Allesfressern. Nicht zu hoch, nicht zu alt und vor allem nicht alles was grün ist.

Was macht man jetzt mit dem Hang, der das Walzen nicht zulässt? Wie beseitige ich die Löcher und wohin mit dem Zeug das lediglich von Hand mit der Sense gemäht werden könnte?

Da hilft nur eins: Schafe müssen her. Kleine Hufe, dazu passendes Gewicht und optimale Schrittlänge glätten und verdichten den Boden. Einen Magen der gerne das aufnimmt, was Pferde nicht essen wollen, und zuckersüß sind sie auch noch. 

Dann schlägt mein Vater Kamerun-Schafe vor, holt die ersten ab und - ganz ehrlich: ich bin froh, dass nicht ich gefahren bin, denn dann hätten sie gesagt: "Ja super, hast du dir Ziegen andrehen lassen!?!"

Fell-Schafe, wie die Kameruner es sind, müssen nicht geschoren werden und sind sehr robust in der Haltung. Also genau das Richtige als Schafhalter-Erstlings-Übungs-Schafe. Dachten wir!

Fluchttiere wie die Kameruner, die sich in kleine Gruppen aufteilen, sehr schnell laufen und springen und außerdem sehr scheu sind, sind also genau NICHT das richtige als Schafhalter-Erstlings-Übungs-Schafe. Wir lernen ja nicht aus!

Meine Nichte, natürlich ganz tierverliebt, verbrachte die erste Zeit nur mit "Schafi" streicheln und den Worten: "Ja Schafi ist ja gut, ist alles gut!". So kam es wie es kommen musste: zum Einholen der Tier für die Nacht wurde meine vierjährige Nichte eigens eingeflogen, denn ihr laufen sie hinterher. Ganz klar, dass das weitreichende Folgen hat: "Also Katja," sagt sie "dann kann ich jetzt nicht mehr in den Kindergarten, weil ich muss ja hier bleiben bei den Schafis. Weißt du die brauchen mich ja."